Langlauf Ratgeber: Was Du wissen musst!

Was wäre der Langlauf ohne die passenden Langlaufski? Was macht die einzelnen Modelle überhaupt aus? Worauf ist beim Kauf und der Pflege der Langlaufski zu achten? Wie sportlich müssen Langläufer*innen sein? Oder ist Langlauf eine geeignete Sportart, um überhaupt fit zu werden? Wo kommt der Langlauf her? Und was hat Behle mit einer der nordischen Disziplinen zu tun? In unserem Langlauf Ratgeber kommt bezüglich dieser und vieler weiterer Aspekte Licht ins Dunkel. Sicherlich wird er nicht dazu ausreichen, sich eindeutig für oder gegen eine Loipenrunde zu entscheiden. Aber vielleicht reicht es ja, um ein wenig Schnee zu lecken und vielleicht tiefer in die Materie einsteigen zu wollen …

Welche Langlauf Arten gibt es?

Klassisch

Klassische Langlaufski sind vergleichsweise schmal und für Touren auf präparierten oder zumindest gespurten Loipen gedacht. Aufgrund ihres Einsatzgebiets (freie Fläche, recht flaches Gelände) liegt der Fokus bei ihnen eher auf dem Gleiten denn auf der Abfahrt.

Die Folgen für ihre Konstruktionen sind daher:

  • ein recht niedriges Gewicht,
  • eine – wenn überhaupt – nur geringe Taille,
  • die Aufteilung in drei Zonen (zwei Gleitzonen am Ende und Anfang sowie eine Steig- / Abstoßzone kurz vor dem Bindungsbereich)
  • eine recht hohe Vorspannung (ersichtlich an der gebogenen Form)

Skating

Skating Ski unterscheiden sich von den klassischen Langlaufski dadurch, dass sie kürzer, schmaler und steifer sind. Auch besitzen sie keine Steigzone, sondern sind zum durchgängigen Gleiten gedacht.

Diese Unterschiede drücken sich auch in einem unterschiedlichen Laufstil aus. Denn während du dich beim klassischen Langlauf diagonal, aber unter dem Strich geradeaus vorwärts bewegst, nutzt du beim Skating seitliche Abstoßbewegungen. Schneller, dynamischer, aber eben auch anstrengender. Langlauf ist deine Welt? Du bist gerne schnell unterwegs und liebst es, alles zu geben? Dann musst du unbedingt Skating Ski ausprobieren!

How to Langlaufen: Wie sich die beiden Stile unterscheiden

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Nordic Cruising

Das Nordic Cruising* funktioniert ähnlich wie der klassische Skilanglauf, kann aber sowohl in als auch außerhalb der Loipe praktiziert werden. Kürzere und breitere Langlaufski sorgen für eine größere Bodenreibung und Auflagefläche, was die Gleitphasen etwas abkürzt. Im Vordergrund steht beim Nordic Cruising aber vor allem der bewusste Moment, eine gleichmäßige Bewegung als gesundheitlicher Pluspunkt und das Genießen der Natur – nicht unbedingt die totale Sportlichkeit.

Backcountry

Du magst es wirklich offroad und möchtest im höheren Schnee (8 Zentimeter aufwärts) Skiwandern gehen? In diesem Fall sind Backcountry Ski* für dich die ideale Lösung: Sie sind kürzer und noch etwas breiter als die Nordic Cruiser. Gleichzeitig kannst du dank der Stahlkanten und des robusten Materials (mehr Holz als bei anderen Langlauf-Ski) sogar flachere Abfahrten meistern. Kommt ja auch schon einmal vor …

Skiroller (für den Sommer)

Langlauf war für dich immer eine winterliche Angelegenheit? Nachvollziehbar, doch dank der Skiroller geht es auch im Sommer auf der Straße rund. Wie beim Wintersport hast du die Auswahl zwischen klassischem und Skating-Rollski. Dementsprechend sind die Rollski-Schienen, die Frames, unterschiedlich hoch und aus verschiedenen Materialien gefertigt. Auch die Rollen unterscheiden sich – je nach gewünschter Sportart und dem dazugehörigen Untergrund in der Härte.

Da Skirollern eine vergleichsweise junge und noch nicht so bekannte Langlauf-Variante darstellt, ist der Besuch eines entsprechenden Sportvereins in deiner Nähe eine sicherlich erhellende Idee. Danach bist du in Bezug auf deine Wünsche und Bedürfnisse garantiert noch deutlich schlauer.

Langlauf Ratgeber

Was darf ein guter Langlaufski kosten?

Die preisliche Bandbreite bei Langlauf-Ski ist gefühlt unendlich; de facto bewegen sich die meisten Modelle aber in einem Rahmen von 100 bis 300 Euro. In diesem Rahmen lässt sich aber natürlich auch wieder das Zubehör der einzelnen Langlauf-Sportarten unterscheiden.

Die Kosten für klassische Langlaufski* betragen meistens zwischen 60 und 600 Euro. Bist du auf der Suche nach guten, aber nicht überdimensioniert teuren Brettern, liegst du mit etwa 120 bis 200 Euro schon ziemlich richtig.

An einer ähnlichen Stelle setzen die Mindestpreise für Skating Ski* ein. Diese steigen aber bis zu 600 Euro in die Höhe. Dementsprechend teurer sind sowohl hochwertigen als auch preislich fairen Varianten – mit 175 bis 250 Euro.

Nordic Cruiser* und Backcountry Ski* decken ein Feld von knapp 150 bis zu 1000 Euro ab. Gerade bei den Backcountry Ski gibt es nach oben fast keine Grenze. Dementsprechend fällt auch der Durchschnittspreis mit 250 bis 500 Euro deutlich höher aus.

Und, last but not least, die Skiroller*. Aufgrund der Tatsache, dass Rollski noch nicht so im Mainstream angekommen sind und nur in geringen Stückzahlen hergestellt werden, ist das Rollski-Fahren immer noch ein recht teurer Sport. Preise zwischen 150 und 300 Euro (exklusive Stöcke) sind hier keine Seltenheit. Wobei die teuersten Geländerollski mit Luftreifen sind, nach denen du recht lange suchen musst.


Wie lange halten Langlaufski?

Eine hundertprozentig zutreffende Prognose zu wagen, wie lange deine Langlaufski halten werden, ist bedauerlicherweise nicht möglich. Dafür hängt es zu sehr von verschiedenen Faktoren ab.

  • Wie oft fährst du?
  • Wo fährst du? (Präparierte Piste, flacher oder tiefer Schnee, Steine, …)
  • Und wie gründliche pflegst du deine Ski?

Passt soweit alles, kannst du durchaus 5 Jahre oder länger Freude an ihnen haben. Ungepflegte und durch Steine schwer strapazierte Ski hingegen erleben meist bei Weitem nicht so viele Winter.


Tipps zur Pflege von Langlaufski

  • Gut gewachst in einem sonne- und wettergeschützten Raum lagern
    Im Sommer warten deine Ski am liebsten gut gewachst in einem sonne- und wettergeschützten Raum auf dich.Und zwar locker (nicht geschnürt!) so positioniert, dass sie nicht mit rauen Wänden in Verbindung kommen.
  • Transport in Skisäcken oder Boxen
    Beim Transport ins Skigebiet bieten sich Skisäcke oder Boxen an, in denen die Bretter vor Feuchtigkeit und Schmutz geschützt sind.
  • Abschnallen, wenn kein Schnee am Boden liegt
    Beim Wintersport selbst solltest du deine Ski regelmäßig wachsen, sie in leicht warmen Räumen unterstellen (vereinfacht das spätere Wachsen) und abschnallen, wenn du auf zu steinigem Boden unterwegs bist. Deine Langlaufski werden es dir danken und dir lange erhalten bleiben.

Kann man klassischen Langlauf ohne Loipe machen?

skitouren gehen

Ja, das ist weitgehend möglich. Allerdings fällt diese Variante dann unter eine andere Bezeichnung und nennt sich Backcountry Skiing. In Skandinavien schon eine der angesagtesten Wintersportarten schlechthin, wird es auch in Mitteleuropa immer beliebter. Das liegt vor allem daran, dass Skilangläufer*innen auf diese Weise viel dichter an der unberührten Natur sind. Außerdem trifft man so häufig noch seltener andere Menschen als auf den klassischen Loipen an.

Allerdings besteht ein wesentlicher Unterschied zum Loipen-Langlauf, der sicherlich in jedem guten Langlauf Ratgeber kurz angeschnitten wird: Die abgewandelten Ski. Für das Backcountry Skiing werden spezielle Modelle benötigt. Diese sind robuster und breiter als Klassik-Langlaufski, aber gleichzeitig kürzer und damit Loipen-wandertauglicher als die Skating Ski. Was genau die einzelnen Varianten auszeichnet, ist aber auch noch einmal in eine eigenen Themenabsatz erklärt.


Wie viel Schnee braucht man für Langlauf?

Die meisten Langlauf Ratgeber geben an, dass für den Loipenspaß mindestens 20 cm Schnee benötigt werden. Bei guten Loipenbedingungen und einer tollen Landschaft macht mehr Schnee aber natürlich noch mehr Spaß.


Ist Langlauf bei Schneefall oder Neuschnee möglich?

Kann man schon, sofern genug Schnee liegt und die restlichen Wetterbedingungen stimmen. Da Schnee gegenüber Sonne, Wind und Wolken recht sensibel reagiert, können an einem Tag verschiedene Schneeverhältnisse herrschen. Um beim Langlauf das ideale Feeling zu bekommen, muss daher das für das Gleitvermögen zuständige Wachs möglichst gut mit den individuellen Schneeverhältnissen harmonieren. Wichtig ist dabei vor allem der Unterschied zwischen Neu- und Altschnee.

  • Neuschnee: Schnee fällt nur bei Temperaturen von 0 °C oder weniger und je tiefer die Temperaturen sind, desto höher die Reibung an den Ski, weil die Kanten und Spitzen der Schneekristalle noch sehr ausgeprägt sind.
  • Altschnee: So wird der Schnee bezeichnet, der etwa 2 Tage nach dem Fallen der Kristalle noch liegt. Tendenziell sind die meisten Kristalle dann bereits etwas runder und sorgen für weniger Reibung. Gleichzeitig ist die Kristallgröße nicht unbedingt ganz ausgeglichen. Und je mehr kleine Kristalle noch vorhanden sind? Desto größer bleibt die Reibung aufgrund ihrer größeren Dichte und der damit verbundenen größeren Kontaktfläche.

Kurz gesagt: Es läuft sich leichter, wenn der Schnee bereits etwas liegt. Reichlich in die Loipe fallender Schnee, der die Spur ‚verwässert‘, ist sicherlich auch nicht ideal. Nichtsdestotrotz kann es bei schönem Wetter und etwas dazu kommendem Schnee durchaus Spaß machen, auf Langlaufski unterwegs zu sein.


Wie viel km pro Stunde schafft man beim Langlaufen?

Zunächst kommt es darauf an, welcher Stil auf dem Programm steht, also ob klassischer oder Skating Langlauf Thema ist. Und dann ist natürlich noch wesentlich, welche Intention hinter dem Lauf steht. Wollen die Läufer*innenausschließlich die Natur genießen? Oder möchten sie sportliche Ambitionen umsetzen?

Grundsätzlich sind beim klassischen Langlauf Werte zwischen 8 und 12 km/h für fitte Einsteiger*innen nach etwas Übungszeit kein Problem. Beim Skating können es auch 15 bis 18 km/h werden. Allerdings gilt dies für fast ebene Strecken und sportlichen Ehrgeiz – ansonsten ist es ja auch kein Problem, etwas langsamer zu laufen.

Profis sind natürlich deutlich schneller und kommen je nach Gegebenheiten und individuellen Fähigkeiten auch auf mehr als 30 km/h. Wahrhaft rekordverdächtig (und so war es denn dann auch) war dabei auf jeden Fall die 2001er Abfahrt des Altenbergers Carsten Heymann, der in Oberhof auf der Wolfssschlucht-Abfahrt eine Geschwindigkeit von 73,6 km/h erreichte.

langlauf rennen

Wie viele Kalorien verbennt man beim Langlaufen?

Du möchtest dich beim Wintersport nicht nur bewegen, sondern gleichzeitig eine ordentliche Portion Kalorien abbauen? Unter diesen Umständen ist Skating Ski genau deine Sportart! Durch die regelmäßigen Bewegungen ohne große Pausen und die gleichzeitige Inanspruchnahme von Arm-, Rumpf- und Bauchmuskeln fallen hier bis zu 800 kcal / Stunde dem Bedarf deines Körpers zum Opfer.

Im Vergleich dazu sehen andere Wintersportarten fast ein bisschen blass aus. Wenngleich einige auch an der Pole Position des Skating-Skis knabbern …

Wintersport Kalorienverbrauch Tabelle

WintersportKalorienverbrauch
Skating Ski800 kcal / Stunde
Langlaufen700 kcal / Stunde
Skitouren700 kcal / Stunde
Eislaufen600 kcal / Stunde
Skifahren450 kcal / Stunde
Rodeln300 kcal / Stunde
Winter Spaziergang250 kcal / Stunde

Ist Langlauf anstrengend?

langlauf kalorienverbrauch

JA! Denn auch, wenn es im ersten Moment vielleicht nicht so aussieht, handelt es sich beim Langlauf um eine sehr intensive Ausdauersportart. Dabei werden alle Partien des Körpers inklusive Arm-, Bein- und Rumpfmuskeln beansprucht. Und auch die Gleichgewichts- und Rhythmisierungsfähigkeiten werden entsprechend trainiert.

Durch die Komplexität der Bewegungen und die dafür benötigte Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit bietet es sich daher an, bereits im Vorfeld laufen zu gehen, Rad zu fahren oder auf Inline-Skates zu steigen. So sind diese Faktoren schon nicht mehr bei Null, wenn es auf die Langlaufski geht und es bleibt mehr Zeit und Raum, sich den Langlauf-Skills zu widmen.

Zudem schadet es nicht, sich vor dem Einstand an einem Sportmediziner*innen-Check teilzunehmen,. Dadurch lässt sich leicht feststellen, ob man internistisch und orthopädisch auf dem für den Langlauf benötigten Stand ist. Aber keine Sorge: Wenngleich Langlauf intensiv ist, ist es auch für Menschen mit Herz- und Gelenkbeschwerden geeignet. In diesen Fällen braucht es nur das richtige Maß. Dazu gleich noch etwas mehr.


Wie gesund ist Langlaufen?

Nicht zu Unrecht beschreibt manch ein Langlauf Ratgeber die Sportart als eine der gesündesten Möglichkeiten, sich im Winter fit zu halten. Diese Feststellung basiert auf folgenden Argumenten:

  • Langlauf ist im Vergleich zum Alpin Ski deutlich ungefährlicher und birgt ein wesentlich geringeres Verletzungsrisiko (wenngleich auch hierbei Probleme nicht ganz ausgeschlossen sind).
  • Bei einer ruhigen Fahrweise fördert der Langlauf die Entspannung und innere Harmonie durch gleichmäßige Bewegungen. Dies kommt auch dem Herz-Kreislaufsystem und der Sauerstoffversorgung zugute.
  • Last but not least: Die Bewegung an der frischen Luft wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus.

Also alles gute Gründe, selbst einmal in der Loipe oder auf der Skating-Strecke durchzustarten. Und wenn dann noch ein bisschen sportlicher Ehrgeiz dazu kommt (muss er aber ausdrücklich nicht), ist (unter den richtigen Umständen) sogar noch ein knackig trainierter Körper mit dabei.


Welche Muskeln trainiert man beim Langlaufen?

Da die wesentliche Technik der Diagonalschritt ist (Abstoß mit dem rechten Bein, Vorschwingen des linken Arms und umgekehrt), ist offensichtlich, dass es ohne den Einsatz von Arm- und Beinmuskeln nicht geht. Insofern ist die Aussage, dass der Langlauf von den Zehen bis zu den Fingerspitzen reiche, absolut berechtigt. Aber auch die Rumpfmuskulatur wird beansprucht, weil sie den Körper stabilisieren muss. So oder so wichtig: Nicht zu schnell zu viel wollen, denn ansonsten ist ein mehr als ordentlicher Muskelkater quasi vorprogrammiert.


Darf man bei körperlichen Problemen langlaufen?

langlauf gesundheitliche aspekte

Wie schon angedeutet, ist eine der wesentlichen Fragen beim Langlauf, ob das Ausüben der Sportart mit körperlichen Problemen in Ordnung ist. Wie immer ist das richtige Maß der Schlüssel zum Erfolg und zum körperlichen Wohlbefinden. Wer zu ambitioniert ist und quasi ohne jede Vorbereitung an einem Wettkampf teilnimmt, muss unter Umständen mit ausgewachsenen Herz-Kreislauf-Problemen rechnen.

Abgesehen davon ist Langlauf (gerade in der klassischen Variante) nur wenig gelenkbelastend und damit sogar beispielsweise für Menschen mit

  • Kniegelenks- oder Hüftprothesen,
  • Kreuzband-, Meniskus- und Bandscheibenschäden,
  • Arthrose oder
  • Herzproblemen

geeignet.

Kein Wunder, denn beim Klassik-Langlauf sind die dynamisch-gleitenden Bewegungen von großer Bedeutung, sodass Zerrungen und Risse nur bei einem unsachgemäßen Laufstil eine Rolle spielen. Darüber hinaus werden auch das Skelett und die dazugehörige Muskulatur durch das regelmäßige Gleiten geschont – was so in der Form beim Dauerlauf durch die regelmäßige Gewichtsabfang-Notwendigkeit nicht gegeben ist. Und auch eine Fehlhaltung, die zu Rückenproblemen führen könnte (ein gutes Beispiel dafür ist das Radfahren), muss nicht zwangsweise zustande kommen.

Ganz davon abgesehen, dass die Bewegungen an der frischen Luft für eine bessere Sauerstoffversorgung und die Ausschüttung von Serotonin führt. In der Konsequenz steigen die Einsatzfähigkeit und die gute Laune. On top verarbeitet der Körper des / der Langläufer*in Schmerzen besser. Also win-win-win.

Verletzungen, die häufiger durch den Langlauf entstehen

Wenngleich keine per se verletzungsintensive Sportart gibt es beim Langlauf einige Verletzungen, die häufiger vorkommen und die nicht unterschätzt werden dürfen:

  • Verletzungen am oberen Sprunggelenk-Band. Diese entstehen meist durch ein Umknicken und sollten möglichst schnell untersucht und behandelt werden. Zumindest sofern ein einfaches Ruhighalten und Kühlen in absehbarer Zeit keine Besserung zur Folge hat. Dadurch lassen sich dauerhafte Fehlstellungen und -belastungen sowie Arthrose vermeiden.
  • Ein Skidaumen kommt meist durch eine zu starke Daumen-Überdehnung nach außen zustande. Diese resultiert dabei häufig aus einem Hängenbleiben in der Stockschlaufe oder aus einem Sturz auf den noch zur Seite weggestreckten Daumen. Je nachdem wie schlimm die Verletzung ist, ist es notwendig, den Daumen konservativ ruhig zu stellen oder (bei einem Bänderriss beziehungsweise knöchernen Verletzungen) operativ zu behandeln.
  • Erfrierungen sind ebenfalls denkbar und sollten nie unterschätzt werden. Die passende Langlauf Bekleidung ist deswegen extrem wichtig.

Es bleibt unter dem Strich aber festzuhalten, dass Langlauf prinzipiell sehr empfehlenswert ist und gerade entspannte Hobbyläufer*innen eher selten mit erst durch den Langlauf entstehenden gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben.


Was sollte man vor dem Langlaufen essen?

Langlaufen essen

Bei dieser Frage unterscheiden sich Langlauf Ratgeber nicht wesentlich von anderen Sport- und Laufratgebern auch. Tendenziell empfiehlt es sich, über den Tag verteilt mehrere kleinere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, dabei immer abwechselnd buntes Obst und Gemüse sowie Proteine (in Form von Quark, Fisch oder magerem Fleisch) dabei zu haben, bei viel Bewegung an viele Kohlenhydrate (und umgekehrt) zu denken und mindestens 3 bis 4 Liter zu trinken.

Grundsätzlich ist es sehr sinnvoll, vor dem Langlauf etwas zu essen. Das brauchen keine speziellen Superfoods oder Nahrungsergänzungsmittel sein. Aber einige Kohlenhydrate und etwas Eiweiß ist schon notwendig, damit der Körper während des Sports auf genug Energiereserven zurückgreifen kann. Was sich hingegen nicht empfiehlt, sind Fette und Ballaststoffe, da diese die Verdauung sehr in Anspruch nehmen, was bei der sportlichen Betätigung natürlich eher nachteilhaft ist.

Dabei lohnt es sich, länger vor dem Lauf (also etwa 2 bis 4 Stunden vorher) auf vollwertige Kohlenhydrate, ebensolche Proteine und Fette zurückzugreifen, wie sie unter anderem in Lachs mit Avocado und Salat, Hähnchen mit Quinoa und Gemüse oder einem Gemüse-Käse-Omelett plus Toast enthalten sind. Je dichter man an den Lauf herankommt, desto wichtiger werden leichtere Kohlenhydrate und weniger Protein. Also beispielsweise 1 ½ Stunden vorher Beeren plus etwas Hüttenkäse und ½ Stunde eher noch ½ Banane.

Kurz zusammengefasst: Eine ausgewogene, leichte und nicht zu schwere beziehungsweise zu stark gewürzte Kost ist dem Laufvergnügen und der Leistung sicherlich zuträglich. Wer zusätzlich auf Kaffee und Alkohol verzichtet und dafür zu reichlich Wasser greift, profitiert zusätzlich von einem klaren Kopf und einem niedrigeren Kopfschmerz-Risiko bei höheren Belastungen.


Was hat es mit der Frage „Wo ist Behle?“ auf sich?

Bei Jochen Behle handelt es sich um einen ehemaligen nordhessischen Skilangläufer. Dieser hat in seiner gesamten Karriere zwar nur einen Weltcup-Sieg erlaufen; dennoch war er 10 Jahre (2002 bis 2012) unter anderem als Bundestrainer und in anderen hochrangigen Positionen beim DSV sowie als Eurosport-Experte tätig. Man kann also bei Weitem nicht davon reden, dass Behle nicht wüsste, wie Langlaufski zu laufen haben.

Zu der oben genannten Frage, die sogar den Titel eines Songs eines namhaften deutschen Rockmusikers bildet, kam es am 17.2.1980. Jochen Behle war zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt und einer der vier bundesdeutschen Langlaufathleten, die am 15-Kilometer-Lauf in Lake Placid der olympischen Winterspiele teilnahmen. Er ging früh an den Start und eroberte an der 5-Kilometer-Markierung sogar die Feldspitze. Ein Umstand, den ZDF-Reporter Bruno Moravetz aber lediglich der Zwischenzeiten-Liste entnehmen kann. Zu sehen war Behle im verschneiten Wald per Kamera nämlich nicht. Und so rief Moravetz persönlich nach ihm – eine Momentaufnahme für die Ewigkeit. Unterm Strich erlief sich Jochen Behle einen mehr als respektablen zwölften Platz: Die beste Platzierung für einen Mitteleuropäer.

Auch heute noch hört der ehemalige Langlauf-Athlet die Frage ab und an. Los wird er sie sicherlich nicht mehr. Aber das will er auch gar nicht unbedingt, jedenfalls scheint er davon nicht über Gebühr genervt zu sein. Stattdessen freut er sich über seine Popularität und das damit verbundene Interesse am Langlauf.


Wer hat den Langlauf erfunden?

alte Langlaufski

Selbstverständlich darf diese Information nicht fehlen, also kommt sie nun auch. Als Teil der nordischen Disziplinen ist er vor allem bei seinen Erfindern, den Norweger*innen, aber auch bei anderen Skandinavier*innen sehr beliebt. Von daher sind auch in den schwedischen und finnischen Langlaufteams immer wieder absolute Spitzensportler*innen anzutreffen.

Dass die Norweger*innen den Skilanglauf als Sportart etablierten, ist freilich kein Zufall: Viel Platz, lange Winter mit viel Schnee und keine Autos – das waren die Bedingungen, die bei seiner Erfindung bestanden. Gut, vor 5.000 Jahren als die Ski als Hilfsmittel bei der Jagd und beim Transport der Beutetiere erfunden wurden, waren Autos noch nirgends das große Thema. Aber in den 1920er und 1930er Jahren (in denen Langlauf auch als Freizeitbeschäftigung immer populärer wurde) sah das schon anders aus. Und dennoch dauerte es noch bis in die 1960er Jahre, bis die Mitteleuropäer*innen aus der Schweiz, Deutschland und Österreich auf den Geschmack kamen.

Seitdem hat sich in Bezug auf die Ski und die andere Langlaufausrüstung einiges getan. Gerade beim Gewicht, das inzwischen nur mehr etwa 3 kg beträgt. Und auch der Mehrwert für die Gesundheit und das Wohlbefinden rückt in die Wahrnehmung von immer mehr am Langlauf interessierten Menschen. Insofern ist seine Geschichte sicherlich noch lange nicht auserzählt …