Langlaufstöcke: Länge für Klassik & Skating mit Rechner

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Ohne die richtigen Langlaufstöcke kein Skilanglauf. Schließlich sind sie ein unverzichtbares Zubehör fürs Schwungholen und machen – zusammen mit den Armen und korrekt eingesetzt – den Beinen in puncto Vortrieb echte Konkurrenz. Deswegen möchte ich dir in den folgenden Abschnitten einen kurzen Überblick über die diesbezüglich wichtigsten Facts und Tricks geben. Besonders im Bezug auf die Länge der Langlaufstöcke.

Was Du in diesem Artikel lernst:

  • Wie Du die richtige Länge für Langlaufstöcke in Abhängigkeit von der Stilart und Deinem Können ermittelst.
  • Woran Du Langlaufstöcke erkennst, die sich auch für Kinder eignen.
  • Welche Materialien und Schlaufensysteme zu Sicherheit und Komfort in der Loipe beitragen.
  • In welchem preislichen Segment sich welche Modelle in etwa bewegen.

Welche Länge müssen die Langlaufstöcke haben?

Je nach Langlauf-Sportart schwankt die richtige Länge für die Stöcke. Gleichzeitig existiert aber auch eine Gemeinsamkeit: Alle Maße für gut sitzende Langlaufstöcke* berechnen sich immer in Abhängigkeit von deiner Körpergröße.

  • Klassischer Langlauf: Körpergröße x 0,85, bei Wettbewerben x 0,83 (Stöcke müssen bis unter die Achseln reichen)
  • Nordic Cruiser: Wie beim klassischen Langlauf, abzüglich 5 Zentimeter
  • Ski Skating: Körpergröße x 0,9 (Stöcke bis unter das Kinn)
  • Rollerski: Wie beim Skating, zuzüglich der Standhöhe der Rollski

Oder für eine 180 Zentimeter große Person umgerechnet:

  • Klassischer Langlauf: 153 Zentimeter lange Langlaufstöcke
  • Nordic Cruiser: 148 Zentimeter lange Stöcke
  • Skating: 162 Zentimeter lange Stöcke
  • Rollerski: grundsätzlich 162 Zentimeter lange Stöcke plus der Aufschlag für die Skiroller-Standhöhe

Doch nicht nur die richtige Länge, auch die passende Steifigkeit ist von großer Bedeutung. Aus diesem Grund solltest du beim Langlauf unbedingt auf feste Stöcke setzen. Teleskopstöcke könnten sich aufgrund der großen Belastung an der völlig falschen Stelle öffnen oder sogar brechen.

Von daher: Besser auf die passende, fixe Länge setzen. Falls du genau zwischen zwei Größen liegst, hängt es etwas von deinem bevorzugten Fahrstil ab, ob du lieber die längeren oder kürzeren Modelle nehmen solltest. Apropos Steifigkeit.

Langlaufstock Längen Rechner

Deine Körpergröße:

100cm

Für welche Sportart?
Langlauf Klassisch
Langlauf Klassisch (Wettkampf)
Nordic Cruiser
Ski Skating
Rollerski (+ Höhe der Rollski)

Optimale Langlaufstock Länge:
Empfehlung
Leki PRC 700
Leki Vasa
Preis/Leistung
Fischer XC Superlite
Tecnopro Active
LEKI Goods, neonrot, 165*
LEKI Vasa Mehrfarbig - 150*
FISCHER XC Superlite Langlaufstock schwarz 145*
TECNOPRO Langlaufstock Active ALU (140 cm)*
Material
Carbon
Aluminium
Aluminium
Aluminium
Längen
130 - 170cm
120 - 160cm
130 - 165cm
120 - 160cm
Empfehlung
Leki PRC 700
LEKI Goods, neonrot, 165*
Material
Carbon
Längen
130 - 170cm
Leki Vasa
LEKI Vasa Mehrfarbig - 150*
Material
Aluminium
Längen
120 - 160cm
Preis/Leistung
Fischer XC Superlite
FISCHER XC Superlite Langlaufstock schwarz 145*
Material
Aluminium
Längen
130 - 165cm
Tecnopro Active
TECNOPRO Langlaufstock Active ALU (140 cm)*
Material
Aluminium
Längen
120 - 160cm

Letzte Aktualisierung am 5.12.2020 um 04:27 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API


Länge der Langlaufstöcke für Anfänger*innen & Fortgeschrittene

Klassischer Stil

Tendenziell gilt bei der Stocklänge von Anfänger*innen wie bei Fortgeschrittenen: Wenn die Stockspitzen mit den Langlaufschuhen die Schultern der Wintersportler*innen erreichen, ist dies immer ein gutes Zeichen für die richtige Länge. Zunächst ist es aber wichtig, dass dieses Maß erst einmal nicht überschritten wird. Denn letztlich macht erst eine gewisse Portion Training die Übung für den richtigen Stil (Stichwort Doppelstockschub-Technik). Und genaue diese Technik geht auf die Arme und die Stöcke. Von daher: Regelmäßig trainieren und dann können die Stöcke auch etwas länger werden. Vorteil dabei dann: Mehr Schub bei gleichzeitig weniger Krafteinsatz.

Skating

Die Skating-Langlaufstöcke sind immer etwas länger als die für den klassischen Stil und sollten Deine Ohren oder Deine Nase erreichen. Daraus ergibt sich eine Länge, die die Schulterhöhe um bis zu 10 cm übersteigen kann. Grundsätzlich dürfen auch beim Skating die Stöcke für Fortgeschrittene etwas länger (3 bis 4 cm) sein als für Anfänger*innen. Ob dies notwendig ist, lässt sich aber immer am besten individuell entscheiden. Und auch für die Skating-Langlaufstöcke gilt bei Wettbewerben die Körpergröße x 0,83 – Regel.

(Klicken um Infografik zu vergrößern)

Langlauf Infografik

Diese Infografik steht unter der Creative-Commons-Lizenz CC-BY. Sie darf bei Nennung bzw. Verlinkung der Quelle gerne verwendet werden.

So wählst du den richtigen Langlaufstock aus

Das Video wird von Youtube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google.

Worauf bei Langlaufstöcken für Kinder achten?

Wenn sich Kinder für Langlauf begeistern, kann das Ausleihen von kleinen, an sie angepassten Stöcken ein erster Schritt sein, um festzustellen, ob die Freude nur temporärer oder anhaltender Art ist. Ist zweites der Fall, sind Langlaufstöcke für alle Varianten dieser Sportart ein Muss: Alpinstöcke sind nicht nur zu kurz, sondern besitzen meistens nur Handgelenksschlaufen. Daumenschlaufen machen es aber deutlich einfacher, die Langlauf-Technik richtig zu erlernen. Gerade Modelle mit Shark-System (das sich ausklinken lässt) sind dabei vorteilhaft, weil leichter an- und abzulegen.

Idealerweise fangen Kinder mit dem klassischen Laufstil an, können mit etwas Übung aber auch bald zum Skating wechseln. In beiden Fällen sind höhenverstellbare Stöcke (mit bis zu 20 cm Verstellbereich für beide Techniken – bei Bedarf) – auch als Variostöcke bekannt – sinnvoll. Wenngleich sie für Erwachsene aufgrund der tendenziellen Instabilität nicht so gut geeignet sind, kommen Kinder mit ihnen meistens sehr gut zurecht und bemerken auch selten das etwas andere Schwungverhalten.

Für die Ermittlung der richtigen Länge können sich Kinder an vergleichbaren Berechnungsrichtlinien wie Erwachsene orientieren. Junge Anfänger*innen sollten bei unrunden Werten eher abrunden, weil dies die Koordination verbessert und verhindert, dass der Schulterapparat zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Wenn sie schon etwas besser trainiert sind, kann sich aber auch ein Aufrunden um maximal 2,5 cm anbieten.

Unsere Empfehlung: Leki XTA 5.5 Junior Langlaufstöcke*

  • Länge: 100 – 130 cm
  • Trigger Shark 2.0 Schlaufensystem
  • Material: HTS 5.5 Aluminium
  • Griffe aus Kork
  • Gewicht: ca. 170 Gramm (je nach Länge)
Leki XTA 5.5 Junior Langlaufstöcke

Unsere Bewertungen 5/5: ⭐⭐⭐⭐⭐

Langlaufstöcke Kinder

Langlaufstöcke aus Alu, Carbon oder Fiberglas?

Was sind die entscheidenden Punkte beim Materialverhalten?

Das für den jeweiligen Langlaufstock eingesetzte Material hat erhebliche Auswirkungen auf die Steifigkeit, das Pendelverhalten und das Gewicht. In puncto Gewicht kannst du davon ausgehen, dass die Stöcke deutlich leichter werden, je professioneller der Bereich wird, in dem sie genutzt werden sollen. Das hat schlicht und ergreifend mit dem deutlich geringeren Kraftaufwand zu tun, der für ihre Handhabung vonnöten ist.

Noch wichtiger ist allerdings die Komponente Steifigkeit: Sie beeinflusst, wie die Umwandlungsquote Armkraft – Vortrieb ausfällt. Je stabiler die Stöcke, desto weniger Kraft geht zwischenzeitlich verloren und desto leichter fällt dir das Laufen. Und auch das Pendelverhalten ist nicht zu unterschätzen. Bei entsprechenden Messungen wird ermittelt, in welchem Maß Langlaufstöcke nach vorne gependelt oder vor dem Einstich in den Boden abgebremst werden können. Brauchst du dabei viel Kraft, wird es auf der Strecke anstrengender.

Aluminium, Glasfaser oder Carbon: Welches Material für welche Fälle?

Wie du schon gesehen hast, ist die Rolle der Steifigkeit in Bezug auf Langlaufstöcke nicht zu unterschätzen. Diese wird vor allem durch Carbon als Werkstoff gewährleistet, sodass hundertprozentige Modelle bei professionellen Langläufern hoch im Kurs stehen. Aber auch Mischungen aus Carbon und Glasfasern haben ihre absolute Daseinsberechtigung.

Und last but not least kommen im Freizeit- oder Backcountry-Bereich auch Aluminium-Stöcke infrage, die durch ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis punkten. Darüber hinaus sind flexiblere Stöcke auf längeren Strecken auch angenehmer für die Arme, insbesondere für die Ellenbogen. Klingt im ersten Moment noch nicht ganz so übersichtlich? Hier alle Infos noch einmal im Überblick:

Carbon

  • Vorteile: besonders stabil, hervorragende Kraftübertragung
  • Nachteil: ziemlich bis sehr teuer, bruchanfälliger, strengen die Ellenbogen auf Dauer mehr an als Aluminium
  • Anwendungsbereich: tendenziell Profisportler(innen)

Carbonmischungen mit Glasfasern

  • Vorteile: sehr stabil, immer noch sehr gute Kraftübertragung (je mehr Carbon, desto besser)
  • Nachteil: immer noch gehobenere Preisklasse
  • Anwendungsbereich: Einsteiger(innen) unerfahrene Langläufer(innen), die Wert auf hochwertiges, aber nicht unbedingt günstiges Material legen

Aluminium

  • Vorteile: solide, funktioniert gut, angenehm für die Arme, preisgünstig
  • Nachteil: Kraftübertragung geringer als bei Carbonstöcken
  • Anwendungsbereich: Anfänger(innen), die erst einmal in den Skilanglauf hineinschnuppern und nicht gleich höhere Summen für Langlaufstöcke ausgeben wollen

Welche Schlaufensysteme gibt es?

Die wichtigste Faustregel bei den Schlaufen für Langlaufstöcke ist: Individuell einstellbar müssen sie sein. Nur so kannst du sie mit der Hand mittig packen und in der Handfläche halten, ohne von der Schlaufe gestört zu werden. Davon abgesehen lassen sich einige Schlaufensysteme unterscheiden, die – wie immer – alle ihre Vorzüge und Haken haben.

ergonomisch geformte, in der Weite anpassbare Schlaufen

  • Vorteil: wirklich auf den Zentimeter genau anpassbar.
  • Nachteil: Da sich die Größe meist auf die Stocklänge bezieht, muss bei nicht-proportionalen Schlaufen (bspw. lange Stöcke, kleine Hände) nachgerüstet werden

Einklicken der Schlaufe in die Stöcke

  • Vorteil: einfach per Knopfdruck lösbar, hakt sich bei Stürzen vom Stock ab und minimiert das Verletzungsrisiko.
  • Nachteil: Schlaufe ist nicht so gut auf die individuelle Handgröße anpassbar.

2-Punktschlaufensystem

  • Vorteil: Schlaufe individuell anpassbar, kein Verrutschen, gute Kraftübertragung.
  • Nachteil: keiner
Langlaufstöcke Schlaufen

Weiteres Zubehör wie Griffe, Stockspitzen und Co.

Keine effektiven Langlaufstöcke ohne ebensolche Griffe. Bei ihnen kommt es darauf an, dass sie gut greifbar und keinesfalls zu rutschig sind. Ob du dich bei ihnen eher für Kunststoff- oder Korkgriffe entscheiden solltest, ist deine persönliche Geschmackssache. Schließlich findet der eine Kork aufgrund seiner Natürlichkeit und Wärme angenehm; der andere ist der Meinung, dass Kunststoff besser isoliert. Also: Probier’s am besten selbst aus!

LEKI Nordic Shark 2.0 Ersatzgriff, Multicolor, One Size*
  • integrierter Schneeschutz; vergrößerte Griff-Fläche für angenehmeres Greifen
  • intergrierte Korrekturzone von 8° für optimalere Kraftübertragung auf den Stock
  • Auslösetaste ist mit nur 1 Hand bedienbar für schnell und einfaches Handling
  • schnelles Ein- und Aussteigen mit der Trigger Loop ( der kleine Ring an Schlaufe bzw. Handschuh)
  • Verdrehsicherung am Einstieg sorgt dafür, dass der Stock immer in der optimalen Position ist

Letzte Aktualisierung am 4.12.2020 um 20:48 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Ebenfalls wichtig: Stockspitzen und Schneeteller*. Sie gehören beim Skilanglauf zueinander wie die Milch zu den Cookies. Bei den Spitzen kommen Stahl oder höherwertiges, dafür auch teureres Hartmetall infrage. Schneeteller zeichnen sich durch ihre aerodynamische Form und ihre Tauglichkeit für alle Schnee- und Streckenbedingungen aus. Ausnahme sind ganz spezielle Teller für Profisportler(innen), wenn eine extrem ausgeklügelte Technik dabei hilft, eine Sekunde einzusparen. Aber für Fans des entspannten bis ambitionierten Freizeitsports sind sie nicht notwendig.

Um deine Langlaufstöcke auch außerhalb der Loipen oder der Offroad-Strecken sicher transportieren zu können, benötigst du zudem noch eine Tasche*. Längenverstellbare Köcherkonstruktionen im Tube-System sorgen dafür, dass du immer die perfekte Menge an Stöcken im Gepäck hast. Wenn die Tasche zudem noch wind-, wasser- und schmutzabweisend sind, ist dein Zubehör bestens geschützt.


Was kosten gute Langlaufstöcke im Schnitt?

Der Preis Langlaufstöcke bewegt sich zwischen 20 bis 300 €, wobei es je nach Preisklasse natürlich einige Unterschiede gibt:

Einsteigerstöcke sind meist bis 60 € zu haben und bestehen dabei in der Regel aus Aluminium und besitzen Schlaufenriemen. Dieses Material macht die Stöcke recht schwer, aber auch sehr solide.

Mittelklasse-Stöcke kosten etwa 60 bis 150 € und setzen sich aus Composite-Material mit einem 20 bis 60 %-igem Carbonanteil zusammen. Dies macht sie ziemlich leicht; die zusätzlich ergonomisch geformten Handschlaufen bieten zusätzlichen Komfort.

Stöcke für erfahrene Langläufer*innen und Profis mit Lust auf Wettkämpfe liegen preislich mit 150 bis 300 € an der Spitze und neigen durch ihre Beschaffenheit aus reinem Carbon zwar zum leichteren Brechen, sind aber auch die mit Abstand leichtesten.

Unterm Strich bietet es sich also an, für die allerersten Touren durch die Loipe Stöcke zu leihen. Dabei kannst Du feststellen, ob Langlauf wirklich Deine Sportart ist und welche Variante Du dabei bevorzugst. Wenn Du Dir dann wirklich eigene Stöcke kaufen möchtest, machst Du mit den etwas günstigeren Mittelklasse-Stöcken wahrscheinlich nichts verkehrt.

Zusammenfassung

Während für Erwachsene fixe Stöcke die beste Wahl sind, können Kinder ihre ersten Langlauferfahrungen auch sehr gut auf höhenverstellbaren Variostöcken machen. In beiden Fällen gilt in Bezug auf die Länge, dass diese immer der individuellen Langlauf-Stilart angepasst sein muss. Bei den Materialien hast Du dann wiederum die Wahl zwischen

  • schwereren, aber sehr soliden und kostengünstigen Aluminium-Modellen (20 bis 60 €),
  • Mittelklasse-Stöcken (für etwa 60 bis 150 €), die aus Composite-Material mit unterschiedlichen Carbon-Anteilen bestehen und schon deutlich leichter sind und
  • High-Class-Langlaufstöcken, die komplett aus Carbon angefertigt und daher etwas bruchempfindlicher sind. Diese liegen mit Preisen von 150 bis 300 € zwar eindeutig im obersten Preisbereich, sind aber auch für Profis und Wettkämpfe geeignet.

Für welche Variante Du dich letztlich entscheidest, ist natürlich Dir selbst und Deinen Fahrbedürfnissen überlassen. Deswegen lohnt es sich immer, verschiedene Modelle in die engere Auswahl zu ziehen und sie jeweils einmal auszuprobieren. Versuch macht schließlich klug.

Quellen & Einzelnachweise:
[1] https://www.salomon.com/de-de/nordic/nordic-advice/how-choose-cross-country-ski-poles


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