Tourenski Bindung: Hybrid, Pin, Low Tech & Rahmenbindung Vergleich

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Kein Ausflug in den Schnee ohne die passende Tourenski Bindung. Nur: Welche ist denn für Deine Bedürfnisse überhaupt die Richtige? Und welche Aspekte musst Du bei der Auswahl berücksichtigen? Hier kommt etwas Licht ins Dunkel!

Was Du in diesem Artikel lernst:

  • Wie eine Tourenskibindung überhaupt funktioniert.
  • Welche Systeme Dir in diesem Bereich zur Verfügung stehen und was ihre jeweiligen Stärken beziehungsweise Schwächen sind.
  • Warum Dir Steighilfen und Skistopper eine wichtige Unterstützung sind und
  • wie Du Deine Skitourenski-Bindung passend einstellst.

Wie funktioniert eine Tourenski Bindung?

Wenn Du bereits mit der Alpinski-Bindung ein wenig vertraut bist, ist Dir das Grundsystem in den Grundzügen bereits bestimmt bekannt. Die Tourenski Bindung sorgt dafür, dass Dein Schuh am Ski gehalten wird, sich bei einem Sturz bei Bedarf aber problemlos löst. Im Gegensatz zu den erstgenannten Modellen gibt es für den Aufstieg aber noch ein paar Extrakniffe, beispielsweise die freie Beweglichkeit der Ferse. Die Grundideen der einzelnen Bindungstypen werden gleich noch einmal genauer vorgestellt, nur so viel vorab: Am beliebtesten und bekanntesten (und das sicherlich nicht zu Unrecht) sind Rahmen- und Tech-Bindungen.

Für die Abfahrt brauchst Du der Rahmenbindung lediglich Dein Gewicht auf Deine Ferse zu verlagern. Dann trifft die Platte flach auf die Ski, wo Du sie verriegelst. Die Tech-Bindung dagegen wird dadurch in den Ski- (oder Ride-) Modus versetzt, dass Du die hinteren Inserts per Fersenteil-Schwenk in die passende Richtung bringst.

Beim Aufstieg ist das Wesentliche an der Skitourenbindung, dass Du Deine Ferse frei bewegen kannst. Heel Pads (Keile, die Deine Ferse zusätzlich leicht erhöhen) sorgen für einen besonderen Komfort – gerade, wenn es um steile Anstiege geht. Wie bei der Rahmenbindung lässt sich ihre Höhe ebenfalls mit den Skistock-Spitzen justieren. Ein zusätzlicher Pluspunkt: Steighilfen, die deine Unterschenkelmuskulatur und die Achillessehnen vor einer Überlastung schützen. Aber auch um diese wird es gleich noch einmal gehen. Direkt nach den nun folgenden Bindungssystemen.


Tourenski Bindung Arten im Vergleich

Sag‘ mir, welchen Tourenski-Stil Du pflegst und ich sage Dir, welche Bindung für Dich ideal ist.

  • Wenn Du Langstrecken-Touren laufen möchtest, bieten sich Tech- (Pin-) Bindungen an, die nicht nur leicht und funktionell sind, sondern auch unterschiedliche Fersenkeil-Stufen und einen angepassten Auslösewert mitbringen. Legst Du dabei viel Wert auf Sicherheit und möchtest ein auf ein möglichst effizientes Auslösen zurückgreifen, sind spezielle Hybrid-Modelle wahrscheinlich genau Dein Ding.
  • Auch als Freerider*in spielen für Dich Abfahrtskomfort und Sicherheit eine wesentliche Rolle. Diese bekommst Du durch eine hybride Tourenski Bindung ebenso wie durch eine Rahmenbindung.
  • Und im Hinblick aufs Racing müssen die Bindungen natürlich so leicht wie möglich sein. Hier sind Low-Tech-Racing-Bindungen mit einem Gewicht von etwa 200 Gramm die erste Wahl für steile und schnelle Aufstiege. Bei dieser Skitouren-Variante handelt es sich allerdings definitiv nicht um eine Einsteiger*innen-Option, weshalb es verstärkt um die anderen Typen gehen soll.
Welche Skibindung ist die richtige?!

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So oder so, also egal, für welche Bindung Du Dich entscheidest: Achte darauf, dass die von Dir gewünschte Bindung auch mit Deinen individuellen Skischuhen und Ski harmoniert. Ansonsten wirst Du nämlich gar nicht erst loslaufen. Doch auch dann, wenn sämtliche Normen miteinander harmonieren, sind Kombis aus breiten Ski und ultraleichten Pin-Bindungen oder federleichten Ski und Rahmenbindungen nicht sinnvoll. Deswegen immer checken, dass alle Teile im Einklang miteinander und ihren Bestimmungen stehen.


Rahmenbindungen

Tourenski Bindungen nach dem Rahmenprinzip sind ziemlich mit Alpinski-Bindungen vergleichbar und bringen je einen Hinter- und Vorderbacken mit, der auf einem Rahmen montiert ist und je nach Bedarf vom Hiking aufs Riding und wieder zurück geschaltet werden kann. Dies funktioniert über eine Steg-Entriegelung beim Aufstieg oder einer Fixierung dieses Stegs bei der Abfahrt. Rahmenbindungen* vertragen sich darüber hinaus mit diversen Skitourenstiefeln und verfügen über mehrstufig einstellbare Heel Pads sowie eine Schuhgrößen-Anpassung.

Vorteile

  • Sie bieten viel Sicherheit.
  • Der Einstieg gestaltet sich sehr einfacher.
  • Rahmenbindungen passen zu fast allen Skischuh-Typen und -Sohlenkonstruktionen.
  • Sie bringen durch eine hervorragende Kraftübertragung viel Spaß bei der Abfahrt mit sich.

Nachteile

  • Sie sind recht schwer (bis zu 1.600 Gramm Gewicht pro Paar oder sogar noch mehr) – allerdings trifft das vor allem auf Freeride-Modelle plus Aufstiegsmodus zu
  • Sie können nur mit Schuhen gefahren werden, die an der Schuhspitze und -ferse nicht über eine reduzierte Sohlenkonstruktion verfügen. Zudem kann es bei sehr konvexen Profilsohlen zu einer Z-Wert-Verzerrung kommen. Deswegen musst Du diesen dann im Sinne der Sicherheit noch einmal checken lassen.
  • Der Aufstiegskomfort hält sich durch einen weit vorne liegenden Drehpunkt und eine damit verbundene Erschwernis der Abrollbewegung in Grenzen.
  • Es kann vorkommen, dass sich der Hinterbacken durch eine nicht perfekte Fixierung negativ auf den Kraftschluss zwischen Ski und Bindung auswirkt.
Letzte Aktualisierung: 1. Dezember 2021 um 9:40 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr. Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Low-Tech- bzw. Pin-Bindungen

Pin Bindungen* tragen ihren Namen dadurch, dass der Schuh im vorderen Bereich mithilfe eines Pins am Ski gehalten wird. Gleichzeitig ist das mit 2 bis 3 Heel Pads ausgestattete Fersenteil drehbar. Durch diese vergleichsweise leichte Konstruktion sind niedrige Gewichte von unter 1.000 Gramm je Bindungspaar keine Seltenheit. Zusätzlich Skistopper (bei ihnen kannst Du pro Paar mit gut 200 Gramm Gewicht rechnen) sorgen für eine funktionellere Nutzung.

Vorteile:

  • Low Tech Bindungen bringen einen hohen Gehkomfort mit. Dieser entsteht vor allem dadurch, dass sich der Drehpunkt ziemlich dicht an der Schuhspitze befindet (meist nur 1 bis 2 cm von ihr entfernt) und dass damit das Fußabrollen sehr ökonomisch vonstattengehen kann.
  • Der Kraftaufwand im steilen Gelände ist vergleichsweise groß – Gleiches gilt für die Flachgelände-Schrittlänge.
  • Der am Ski bleibende Hinterbacken, der beim Setzen der Schritte nicht gehoben zu werden braucht, spart zusätzliches Gewicht an der Ferse ein.
  • Das Gewicht fällt tendenziell geringer als bei Rahmenbindungen aus.

Nachteile:

  • Geringerer Einstiegskomfort, weil die Vorderbacken-Fixierung des Schuhs erst einmal geübt werden muss.
  • Schlechtere Abfahrperformance bei eisigen oder sehr harten Bodenbedingungen, weil die Kraftübertragung durch eine Hinterbacken-Rotation geringer ausfällt und punktgenaues Steuern dadurch nicht ganz so leicht ist.
  • Die Verriegelung des Vorderbackens für den Aufstieg kann bei einem Lawinenabgang oder Sturz gefährlich sein.
Letzte Aktualisierung: 30. November 2021 um 19:00 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr. Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Hybrid Low Tech- beziehungsweise Pin-Bindungen

Hybrid Bindungen* liegen in puncto Gewicht meist im Bereich zwischen 1.000 und 1.700 Gramm je Paar und sind schwerer, aber auch sicherer als reine Pin-Bindungen. Dabei lassen sich drei verschieden Varianten unterscheiden:

  • Bindungen, an denen der Z-Wert am Vorderbacken eingestellt wird: Hier ist eine Einstellung sowohl vorne als auch hinten möglich, was eine kontrollierte Schuh-Freigabe auch im vorderen Bereich möglich macht. Ein echter Vorteil gegenüber nicht-hybriden Tech-Bindungen!
  • Hybrid-Bindungen inklusive klassischem Hinterbacken: Ihr Vorderbacken mit Pin ermöglicht ein leichtes Laufen, an der Ferse ergänzt allerdings ein Heel Pad die ansonsten klassisch alpin anmutende Bindung. Dadurch werden ein starker Halt beim Abfahren und eine verlässliche Bindungsauslösung gewährleistet. Allerdings passen nicht alle Tourenskischuhe zu diesem speziellen Hinterbacken-System
  • Bindungen mit drehbarem Zehenteil, das beim Sturz den Schuh seitlich frei lässt. Der Auslösewert wird traditionell am Fersenteil justiert, das Zehenteil wird aber von einem drehbaren Pin gehalten.
Letzte Aktualisierung: 30. November 2021 um 19:20 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr. Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Low Tech Racing Bindungen

Low Tech Racing Bindungen* sind mit einem Gewicht von unter 300 Gramm (je Bindungspaar!) die mit Abstand leichtesten Bindungen. Sie sind explizit für einen extrem schnellen und unkomplizierten Aufstieg konstruiert worden und sind daher sehr pur. Vorderbacken-Auslösesystem? Fehlanzeige. Ein solches im Fersenbereich? Selten. Kein Skistopper, sondern Fangriemen, weil erster zu schwer wäre. Dafür beim Hinterbacken eine Fixierung und lediglich ein Heel Pad. Das war’s dann aber auch schon.

Vorteile:

  • extrem leicht (Gewicht liegt bei unter 300 Gramm – und das pro Bindungspaar!)
  • sehr schneller und unkomplizierter Aufstieg durch Weglassen schwerer Konstruktionsbestandteile und Anpassung anderer Elemente

Nachteile:

  • Im Rahmen des Racings keine – allerdings sind die LowTech Racing Bindungen nur für diesen Fahrstil konzipiert und eignen sich daher nicht für Skitouren-Geher*innen, die einen anderen Stil vorziehen.
Letzte Aktualisierung: 1. Dezember 2021 um 9:00 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr. Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Für was sind die Steighilfen?

Steighilfen bieten Dir – wie es ihr Name schon verrät – bei steilen Anstiegen zusätzlichen Halt. Aber: Zu früh sollten sie nicht ausgepackt werden. Immerhin verkürzen sie die Gleitphase, was einen unrhythmischeren und unnötig kräftezehrenden Gang zur Folge hat. Als Faustregel für ihren Einsatz gilt: Je technisch versierter Du bist und desto besser es um die Beweglichkeit Deines Fußgelenks bestellt ist, desto später kannst Du die Steighilfen einsetzen. Und: Je niedriger die Steighilfen Stufe (Einsatz ab etwa 25 Grad Steigung am Berg), desto besser. Stoisch auf eine Steighilfe zu verzichten ergibt allerdings auch keinen Sinn, weil Du Dir bei einer sehr hohen Spurneigung ansonsten auch die Achillessehne plus Unterschenkelmuskulatur überdehnen könntest – und das willst Du schließlich nicht, oder? Wenn Du jedoch schon Harscheisen angelegt hast, nutze diese und deren Griffigkeit so lange wie möglich, bevor Du auf die Steighilfen zurückgreifst.


Gute Marken für Tourenski Bindungen

Die Zahl der Hersteller für Tourenski Bindungen ist vergleichsweise groß, da viele Unternehmen inzwischen Richtung Gesamtpaket (Ski, Skischuh, Bindungen etc.) tendieren. Zu den Empfehlenswerten unter ihnen zählen unter anderem…

Nichtsdestotrotz ist es ratsam, sich vor der Zusammenstellung eines Tourenski-Sets* genau darüber zu informieren, welche Tourenskistiefel und -ski mit welchen Bindungsmodellen, welcher Hersteller kompatibel sind. Das mag zunächst zwar ein wenig mehr Aufwand sein, doch wird Dir dieser unter dem Strich garantiert Zeit, Mühen und Geld sparen.


Tourenski Bindung Adapter für Kinder

Da es (zumindest nach dem aktuellen Stand, Februar 2021) keine expliziten Tourenski Bindungen für Kinder gibt, könntest Du auf die Idee kommen, dass Mädchen und Jungen bis etwa 12 Jahre beim Skibergsteigen keine Chance aufs Mitgehen haben. Aber das stimmt nicht!

Mithilfe eines Adapters*, der für Sohlenlängen von 245 bis 305 mm geeignet ist (entspricht etwa Kinderfüßen von 6 bis 12 Jahren), ist das problemlos möglich. Durch ihn wird eine Alpinbindung zu einer Tourenski-Bindung – und das auf unkomplizierte Art und Weise. Nach der Einstellung des Adapters (Kind steigt mit der Ferse hinein und schließt den Frontbügel) kann er wie ein Skischuh in die alpine Bindung eingeklickt werden. Perfekt für den Aufstieg. Und bei der Abfahrt? Einfach das Adapterpaar (Gesamtgewicht etwa 840 Gramm) wieder ausbauen und im Rucksack mit nach unten nehmen.

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Was ist ein Skistopper?

Skistopper* verhindern, dass Dir nach einem Sturz Dein Ski abhandenkommt. Das verhindert einerseits für Dich eine schwierige Situation (wie willst Du ohne Ski die Tour fortsetzen?), aber auch deine Mitmenschen werden so durch ihn nicht gefährdet.

Das Funktionsprinzip stellt sich wie folgt dar: Wenn sich die Bindung löst, der Ski und der Skischuh also voneinander getrennt werden, werden zwei bei verschlossener Bindung an den Seiten am Ski anliegende, kurze Hebel nach unten hin ausgeklappt. In der Konsequenz verliert der Ski an Gleitvermögen und kann sich nicht weit von Dir entfernen. Gleichzeitig musst Du Dir bei Lawinenverschüttungen und Stürzen weniger Sorgen machen, weil Du Dich bei einem gelösten Ski mit Skistopper höchstwahrscheinlich nicht so stark wie bei einem befestigten verletzt, es aber auch keine Ankerwirkung gibt. Da die Stopper fest an der Bindung montiert sind, kannst Du auf die Pluspunkte auch bei abgelegten Ski zählen. Achte dabei jedoch darauf, dass dies bei Harsch und einem steilen Gefälle nur eingeschränkt gelten könnte, weil die Skistopper-Bremswirkung auch nicht unendlich ist.

Alternativ kannst Du auch zu Fangriemen greifen, die jedoch nicht fest an der Bindung befestigt sind. Wofür Du Dich letztlich entscheidest, hängt von Deiner Tour und den mit ihr verbundenen Gegebenheiten wie der Geländebeschaffenheit und den Schneeverhältnissen ab. Im Zweifelsfall hast Du am besten beides am Start beziehungsweise lässt Dich am besten von Tourenski-Expert*innen vor Ort beraten, was für Deinen Ausflug in den Schnee am cleversten wäre.


Tourenski Bindung einstellen

Der Z-Wert entspricht dem Skibindungs-Auslösewert und ist auf den Bindungsskalen (Vorder- sowie Hinterbacken) zu finden, wobei berücksichtig werden muss, dass die Skischuh-Eigenschaften für eine Abweichung vom ermittelten Wert sorgen können. Zu einer Auslösung der Tourenskibindung kommt es in dem Fall, dass das Drehmoment, das auf den Schienbeinknochen wirkt, eine bestimmte Grenze überschreitet – ohne dass dabei die Krafteinwirkung auf Muskeln beziehungsweise Bänder mitberücksichtigt wird.

Um den Z-Wert zu ermitteln, stehen Dir zwei verschiedene, amtlich anerkannte Wege zur Verfügung:

  • Die Gewichtsmethode, bei der Du den Z-Wert mithilfe einer Tabelle, in der Körpergröße und Gewicht (in manchen Varianten auch noch Alter, Geschlecht und Fahrtechnik der Skitourengeher*innen sowie die Sohlenlänge des Skischuhs) berücksichtigt werden.
  • Und die Tibiamethode, bei der der Schienbeinknochen-Kopf (caput tibiae auf Lateinisch) ausgemessen wird und dessen Breite zusammen mit Geschlecht, Alter, Fahrstil und der Länge der Schuhsohle über den Z-Wert entscheiden.

Bezüglich der Gewichtsmethode findest Du nun eine Tabelle, die Dir einen ersten Überblick vermittelt. Wichtig zu wissen ist, das bezüglich der Fahrstiltypen folgende Grundregel gilt:

  • Anfänger*innen achten bei der Z-Wert-Ermittlung am besten auf die Sohlenlänge ihrer Skistiefel und nehmen genau diesen Wert.
  • Durchschnittlich gute Skitourengeher*innen können in der Tabelle eine Zeile tiefer schauen.
  • Fortgeschritten greifen zu zwei Zeilen tiefer in der Tabelle und
  • Profis richten sich zwei Zeilen tiefer und eine Spalte weiter nach links.

Nach diesem Schritt sollten Kinder unter 10 sowie Erwachsene oberhalb der 50 Jahre noch einmal eine Zeile nach oben rutschen, um ihr endgültiges Ergebnis zu erhalten.

Überblickstabelle Z-Wert

Skifahrer*inSkifahrer*inZ-WertZ-WertZ-WertZ-WertZ-WertZ-Wert
Gewicht (kg)Größe (cm)bis 250 mm251 bis 270 mm271 bis 290 mm291 bis 310 mm311 bis 330 mmüber 330 mm
10 bis 13 0,750,75    
14 bis 17 110,75   
18 bis 21 1,51,251   
22 bis 25 1,751,51,51  
26 bis 30 2,2521,751,51,5 
31 bis 35 2,752,52,2521,751,75
36 bis 41 3,532,752,52,252
42 bis 48bis 148 cm 3,5332,752,5
49 bis 57149 bis 157 4,543,53,53
58 bis 66158 bis 166 5,554,543,5
67 bis 78167 bis 78 6,565,554,5
79 bis 94179 bis 194 7,576,565,5
95 und mehr195 cm und mehr  8,5876,5
    109,58,58
    11,511109,5

Relevant für Deine Tourenski Bindungseinstellung: Um bei Unfällen Probleme mit Deiner Versicherung zu vermeiden, solltest Du den Z-Wert unbedingt von einem Fachbetrieb einstellen lassen!

Dies dient vor allem Deiner eigenen Sicherheit, hat aber auch den Vorteil, dass professionelle Skiservice-Betriebe auf genormte Einstell- und Bindungsprüfvorrichtungen zurückgreifen. On top lässt sich dabei nicht nur Deine Physis, sondern auch der Schuhzustand mit einbeziehen. Und aus dem Beleg, den es zur Rechnung dazu gibt, lassen sich auf einen Schlag alle wichtigen Angaben für den Einstellprozess (Name, Einstellparameter, Auslöse- und wirklich eingestellter Wert ) sowie das Einstelldatum und der -ort entnehmen. Auf diese Weise kannst Du ziemlich sicher gehen, dass im Fall eines Falles alles ordentlich funktioniert oder der Fehler zumindest nicht auf Deiner Seite zu finden ist.

tourenski-bindung-position

Bindung auf Tourenski selbst montieren?

Eigenhändige Montage oder Service-Nutzung? Eine Tourenski Bindung selbst zu montieren, stellt sich für Anfänger*innen als oft zu kompliziert heraus. Das liegt vor allem daran, dass Du durch falsch gebohrte Löcher Deine Tourenski dermaßen beschädigen kannst, dass sie danach nicht mehr zu gebrauchen sind. Doch auch davon abgesehen nehmen die einzelnen Handlungsschritte einige Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch, die Du Dir bei der Montage im Fachgeschäft für einen durchschnittlich maximal mittleren zweistelligen Preisbereich einfach sparen kannst. Sofern Du Dich sowieso für neue Ski und Bindungen entscheidest, ist eine Montage oft eh schon ein Inklusive-Service. Nichtsdestotrotz ist es nicht verkehrt, zu wissen, wie die Installation selbst zu bewältigen ist – Du musst es ja nicht gleich ausprobieren.

Die Montage einer Tourenski Bindung step by step

Benötigtes Zubehör und Werkzeug:

  • Lineal / Maßband – für das eventuell gewünschte Verschieben der Montagepunkte (zu diesen gleich noch etwas mehr).
  • Montageschablone – wird meist vom Bindungshersteller aus Papier angeboten, kann aber ansonsten auch oft im Internet als Ausdruck zu finden. Die Angaben zur Sohlenlänge, die Du unbedingt berücksichtigen solltest, gibt es mit dazu.
  • Bohrmaschine inklusive geeignetem Bindungsbohrer – Herstellerangaben bezüglich der Bohrtiefe und des Bohrdurchmessers beachten!
  • Montagekleber – wird zum Versiegeln des Holzkerns vor dem Schrauben-Eindrehen benötigt, wobei handelsüblicher Holzleim in der Regel absolut ausreicht.
  • Schraubenzieher – bei ihm musst Du beachten, welcher Typ (Torx- oder Kreuzschlitz) zu deiner Tourenski Bindung passt.
Skibindung selber montieren - so geht das!

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Was Du bezüglich der Sohlenlänge, der Montagepunkte und der Bindungspositionen vor der Montage noch wissen solltest:

Da viele Bindungen nur einen begrenzten Verstellbereich zulassen, wenn sie erst einmal montiert sind, ist es wichtig, sie auf die richtige Sohlenlänge (in Abhängigkeit vom individuellen Skischuh) zu montieren. Deswegen musst Du diese entweder am Schuh ablesen (meist steht die dreistellige Millimeterangabe am Fersenbereich der Schuh-Außenschale) oder Du misst sie (vom Sohlen-Fersenende bis zur Schuhspitze) selbst aus.

Ebenfalls zu berücksichtigen sind die Montagepunkte, die von den verschiedenen Herstellern bezüglich ihrer Tourenski-Modelle individuell angegeben werden. Dabei entscheidet die Ski-Bauweise, wo sich die Schuhmitte am Ski befinden sollte. Falls Du keine diesbezügliche Angabe findest, lohnt sich eine Rückfrage beim Hersteller oder im Fachhandel. Gerade als Anfänger*in ist eine Beachtung dieser Montagepunkte empfehlenswert, weil der Ski an Deinen Füßen dadurch am besten zeigen kann, was er drauf hat. Eine abweichende Montage muss aber nicht zwangsweise zur Unfahrbarkeit führen, sondern kann Deinen persönlichen Vorlieben durchaus entgegenkommen. Lass‘ Dich also im Zweifelsfall diesbezüglich noch einmal beraten.

Was die Bindungspositionen betrifft, können unterschiedliche Positionen komplett verschiedene Fahreigenschaften nach sich ziehen. Prinzipiell verstärkt eine weiter hinten montierte Bindung den Skiauftrieb, weil vor ihr eine größere Auflagefläche entsteht. Im gleichen Zug nimmt die Drehfreudigkeit zu (was gerade im Tiefschnee viel Spaß machen kann) – Du musst aber auch mit etwas weniger Stabilität rechnen. Im Umkehrschluss zieht eine Montage der Bindung weiter vorne eine Schaufeldruck-Zunahme nach sich. Perfekt für harte, vielleicht sogar eisige Bodenverhältnisse und das Rückwärtsfahren wie -landen, wenn es weniger um Spielfreude geht.


So montierst Du eine Tourenski Bindung:

Bevor es losgeht, achte darauf, dass alle Angaben noch einmal überprüft worden sind, Du die Schablone richtig aufgelegt hast und du genau erkennst, welche Schablohnen-Bohrlöcher Du überhaupt benötigst. Und dann sind folgende Schritte angesagt:

  1. Markiere die Mitte des Schuhs auf Deinem Ski.
  2. Lege die konkreten Montagepunkte fest und markiere sie.
  3. Setze die Bohrschablohne an der von Dir markierten Position an und achte dabei auf die korrekte Sohlenlänge.
  4. Bohre mithilfe des passenden Bohrers und einer Bohrmaschine alle Löcher.
  5. Drehe den Ski um und klopfe die in den Bohrlöchern befindlichen Späne heraus. Zusätzlich clever: Noch einmal mit einem Staubsauger über sämtliche Bohrlöcher zu gehen.
  6. Danach glättest Du Die Löcherkanten mit einem Teppichmesser und füllst die Löcher mit Montagekleber.
  7. Drehe die Bindung in Kombination mit den zur Bindung dazu gelieferten Schrauben in die Löcher ein. (Das geht am besten mit einem Akkuschrauber. Allerdings erfolgt der letzte Dreh optimalerweise per Hand, damit die Schrauben nicht überdreht werden.)
  8. Sobald die Schrauben festsitzen, kannst Du die Skistopper-Funktion checken und die Bindung im Hinblick auf den Anpressdruck und Deinen Schuh fertig ausjustieren.

Wie Du siehst, also ein wenig Aufwand. Zusammen mit der Tatsache, dass der Z-Wert von Deiner Tourenski Bindung sowieso aus Gründen des Unfall- und Verletzungsrisikos und potenziellen Versicherungsproblemen ein Fall für den Fachhandel ist, ein guter Grund, die Bindungen gleich dort


Zusammenfassung

Eine funktionierende Tourenski Bindung ist ein wichtiger Faktor, wenn Du beim Skiwandern nicht nur komfortabel, sondern auch sicher unterwegs sein möchtest. Ob Du Dich dabei eher für eine Pin- oder für eine Rahmen-Variante entscheidest, hängt von Deinen persönlichen Bedürfnissen und Ansprüchen ab. Ansonsten helfen Dir höchstwahrscheinlich folgende, zusammenfassende Tipps bei der Auswahl:

  • Bindung, Tourenskistiefel und Ski müssen miteinander kompatibel sein.
  • Für Anfänger*innen ist es immer von Vorteil, eine möglichst komfortable, sichere und stabile Tourenskibindung zu wählen – selbst, wenn diese etwas mehr wiegen.
  • Die Bestimmung des Z-Werts und seine Einstellung sowie die Montage der Bindungen auf den Ski überlässt Du idealerweise Expert*innen. Sicherlich kannst Du Dich auch selbst mit beiden Aspekten befassen; dennoch geht nichts über eine echte Profi-Expertise.

Abgesehen davon geht natürlich auch bei der Tourenski Bindung probieren über studieren. Nimm Dir für den Anfang aber auf jeden Fall nicht zu viel vor, denn ein Gefühl für die besten Einstellungen findest Du nicht unter Druck. Außerdem soll eine Skitour ja vor allem Spaß machen. In diesem Sinne: Komm‘ gut auf den Berg und ebenso wieder hinunter!

Quellen & Einzelnachweise:
[1] https://powder-party.de/wp-content/uploads/2015/01/Fritschi_Tourenbindung_einstellen.pdf
[2] https://www.skibindung-einstellen.de/de/z-wert-ermitteln
[3] https://www.bergwelten.com/a/bindungsaengste-zur-richtigen-skitourenbindung
[4] https://de.wikipedia.org/wiki/Skistopper


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